Das perfekte Dinner – Episode 1: So war es wirklich

Nachdem nun endlich die erste Folge unserer Staffel beim perfekten Dinner über den Sender flatterte, prasselten auch viele Eindrücke unterschiedlichster Natur auf uns ein. Grund genug einmal ein paar Geschichten aus den Nähkästchen zu plaudern, soweit das vertraglich möglich ist. Vorweg sei jedoch erwähnt, dass das Team der Produktionsfirma (ITV) ebenso, wie die Technik (Runge.TV) und der Kontakt zum Sender (soweit vorhanden) stets prima war. Nichts geht ohne irgendwelche vertraglichen Rahmenbedingungen und daher gibt es Dinge, die hier unerwähnt bleiben. Ist jedoch eher rechtlicher Kram und daher (hier) zweitrangig.

Nach einem mehrstufigen Casting und der Auswahl durch den Sender stand vor ca. 10 Wochen das erste von 3 (!) Kamera-Teams morgens um ca. 8 Uhr (gefühlt eher) auf der Matte. Kurze Begrüßung und dann ging es auch schon los. Schließlich war dem Team das räumliche Umfeld durch die Casting-Tapes ja schon etwas bekannt, so dass direkt erst einmal die Basics abgedreht werden konnten. Zuerst die „Komm doch rein“-Szene. Eine der ganz wenigen Szenen, wo es eine Anweisung gab („begrüßen und direkt reingehen“). Textlich ist man als Kandidat absolut frei! Es gibt keinerlei Vorgaben oder Anweisungen wie „sag mal …“. Alles war man irgendwann im TV sieht und hört, hat also jemand von uns irgendwann gesagt oder getan … auch wenn man sich da nach 10 Wochen teilweise nicht dran erinnern kann/möchte.

Nach der ersten Szene saß ich dann noch ca. 10-15 Sekunden wortlos auf einem Stuhl und wurde dabei gefilmt, wie ich doof in die Landschaft gucke. Diese Einstellung wird für die kleinen Bildchen gebraucht, die immer über den Punkten erscheinen.

00-punktetafel

Jetzt werden ein paar Räume „vorgestellt“, die charakteristisch für den Kandidaten sind. In meinem Fall waren das mein Arbeitszimmer mit dem Großteil meiner DVD-Sammlung und mein Kunden-WC, dass rundherum mit Instagram-Fliesen bestückt ist. Was später in der Sendung nur kurz zu sehen ist, wird akribisch ausgeleuchtet und abgefilmt, damit hinterher auch genügend Schnittbilder vorhanden sind. Eventuell reflektirerende Oberflächen werden entweder mit Anti-Reflex-Spray (Fett) eingesprüht oder mit Folie abgeklebt. Hier und da gibt es noch ein paar O-Töne und dann geht es auch schon Einkaufen. Selbstverständlich ist der Markt informiert und es werden ein paar Szenen vom Einkauf aufgezeichnet. Auch hier wieder viel mehr, als hinterher Verwendung findet …

Eh man sich versieht ist es schon Mittag und Kamera-Team 1 rückt ab (um gleich die anderen Kandidaten in einem Cafe in Empfang zu nehmen).

Jetzt sollte laut Protokoll eigentlich für den Kandidaten (mich) eine Stunde Ruhe sein. Eigentlich. Als ich nach Hause kam, warf ich einen kurzen Blick auf die Zutaten und stellte mit erschrecken fest, dass die bereits vor dem Wochenende gekauften Erdbeeren in Fell gehüllt waren. Schimmel konnte ich nun wirklich nicht gebrauchen und daher bin ich in der Pause mal hurtig los, um Ersatz zu besorgen.

Als ich zurückkam, traf auch gerade Team 2 ein, um mit mir alle wesentlichern Schritte vorzubereiten, die man bis zum Eintreffen der Gäste um ca. 18:30 Uhr erledigen konnte. Schnibbeln, Eis machen, Kompott ansetzen, Tisch decken und umziehen. Auch wenn ich mir einen kleinen Zeitplan zurechtgelegt hatte, so hatte ich irgendwie außer Acht gelassen, dass es mit einem Kamera-Team und diversen GoPro-Einsätzen nicht unbedingt entspannter wurde.

Ruck-Zuck war es Abend und die Gäste standen vor der Tür. Es ist übrigens tatsächlich so, dass man weder Namen noch Gesichter kennt, bevor die Tür aufgeht. Völlig tiefenentspannt war ich nicht, aber ich hatte die Vorbereitungen soweit geschafft, wie ich es mir vorgenommen hatte und konnte die Gäste in Empfang nehmen und meinen Aperitiv servieren.

Da ich am Montag noch nichts über die Ess- und Trinkgewohnheiten der Kandidaten wusste, hatte ich mich auf alles vorbereitet. Fleisch-Ersatz, Laktosefreie Produkte, Alkohol-Ersatz usw. Auch wenn ich alle Lebenseinstellungen respektiere, war ich doch sehr erleichtert, als sich die Gäste als „Allesfresser“ und „Alkoholnichtverachtende“ entpuppten.

Während ich nun Vorspeise, Hauptgang und Dessert anrichtete, gingen meine Gäste, die ich nun gerade einmal 5 Minuten kannte in meinem Haus spazieren. Dabei achtet das Team natürlich auf die Privatsphäre. Es werden keine Unterwäsche-Schubladen durchwühlt und wenn jemand Räume hat, die tabu sind, dann bleibt auch hier die Tür zu. Ich war mutig und hatte eigentlich auch nichts zu verbergen. Dennoch wunderte ich mich bei der Ausstrahlung, wo das Team 2 Plüsch-Figuren gefunden hatte, die erstens meinem Sohn gehören, die ich zweitens auch nicht wirklich mag und daher drittens irgendwo versteckt hatte – scheinbar nicht gut genug ;-) Das führte im Netz zu einigen Kommentaren – aber dazu später …

Während der einzelnen Gänge, die nach etwa 10 Minuten verputzt waren führten wir ein wenig Small-Talk, der von der Kamera mitgeschnitten wurde. Um genau zu sein waren es drei Kamera. Eine die im Weitwinkel den Tisch abbildete und dann noch zwei bewegliche Kameras, die die Gäste in Nahaufnahme zeigten. Nach jedem Gang wurde die Kamera für etwa 10 Minuten ausgestellt, bevor es weiterging – das war die einzige Gelegenheit für mich, die anderen Kandidaten etwas „kennenzulernen“ – dann ging es auch schon weiter.

Die Uhr stand schon kurz vor Mitternacht, als die Kandidaten einzeln ins Freie gerufen wurden zwecks Punktevergabe. Kurze Zeit später kamen auch die Taxen sowohl das Team wie meine Mitstreiter entschwanden im Dunkel der Nacht. Ich bestaunte derweil das Chaos! Das Team hatte super aufgeräumt, aber die Küche sah aus, wie ein Schlachtfeld. Egal: Geschafft!

Und wie sah das nun im TV aus? Und wie wurde es kommentiert?

Die Aufzeichnung war der erste Stress-Faktor. Die Ausstrahlung der zweite. Auch wir Kandidaten kennen vor der Ausstrahlung nicht das fertige Ergebnis von Schnitt und Nachvertonung – und gerade die „Stimme vom Dinner“ macht mit den teils bissigen Kommentaren ja den Charme der Sendung aus.

Es begann mit der Vorstellung des Ortes Hamm (teilweise auch mit Schnittbildern aus Ahlen) und dem Stadt-Slogan: Hamm elephantastisch! – „Törööö …“

Die Kandidaten bekamen ja nachmittags schon ein Bild von mir gezeigt. Lustig mit anzusehen, wie eine der Kandidaten freudestrahlend das Bild nahm und beim umdrehen mit einem „Oh“ fast ein wenig erschrak. Sie fragte „Ist das ein Nerd?“ – ein anderer Kandidat meinte „sieht kultiviert aus“ und eine dritte schätzte mich auf 25 Jahre. Danke! Nur 12 Jahre daneben :-)

01-vorstellung

Irgendwann hatte ich wohl vor laufender Kamera (ich glaube als Test) mal gesagt „Guten tag. Ich bin schüchtern“ – Zack! Das kann man gebrauchen ;-) – „Dafür sieht Deine Besohlung recht extrovertiert aus. Der Traum eines jeden Hippsters“ (mit Blick auf die bunten Turnschuhe im Flur)

Da ich im Arbeitszimmer auch meine DVDs (ca. 12.000 Stück) lagere wurde direkt ein Kommentar eines Mitstreiters (der mich noch gar nicht kannte) dagegengeschnitten: „Der hat keine Freunde!“ – Auch das Badezimmer mit den Instagram-Fliesen haben die Kandidaten ja noch nicht gesehen. Daher klingt ein Kommentar wie „Ich würde mir aufs Klo keine Bild meiner Tochter aufhängen“ erst einmal verständlich. Ich weiss ja nicht, welches Vorwissen sie hatten … Ich hatte im Wohnzimmer eine leere Obstschale (wie sonst auch gelegentlich) mit Plastik-Obst befüllt – sollte ja eh weggeräumt werden. Kommentare der Kandidaten: „Ganz furchtbar“, „schrecklich“, „geht gar nicht“, „ganz schlimm“, „wird sofort entsorgt“ und „noch nicht einmal zur Deko“. Eine Meinung, die die sozialen Netzwerke auch teilten :-) Dem stimme ich zu. Wenn Gäste da sind, hat das auf dem Tisch nix zu suchen!

03-plastikobst2

Ob ich eine Küchenhilfe brauche? Kommentar der Gäste: „Nach dem Gesichtsausdruck ist er es gewohnt, zu delegieren“ … Aha :-) Und nachdem mich die Gäste dann kennengelernt haben, kam dann noch der Satz „… ich habe mir den Tim nicht so vorgestellt – der ist ja sehr nett …“ – jetzt frage ich mich, was sie denn erwartet haben ;-) Eine Kandidatin hatte sich vorher auf einen ganz anderen Bericht festgelegt („Ich lag völlig falsch mit meinem Finanzbeamten“).

Während die Gäste im TV einige Äußerungen zur Speisekarte machten, wurde gezeigt, wie ich einkaufen war. Hier sind viele Szenen und Mitarbeiter dem Cutter zum Opfer gefallen, aber wie schon erwähnt, braucht es ja deutlich mehr Material, als man später zeigen kann.

Die Menükarte kam allerdings ganz gut an (denke ich). Nur die Handschrift (bei der ich mir habe helfen lassen, weil ich sie so schön fand), schien nicht jeder so gut lesen zu können. Hier war man auch bei Twitter geeteilter Meinung :-) – Bei den Komponenten zum Menü kam hier und da eine Anmerkung, dass man die sauren Komponenten ja etwas süßen könne, aber ansonsten schienen sich die Gäste eigentlich zu freuen …

twitter-karte

Stichwort „Schnibbelhilfe“. Gehört heute schon fast obligatorisch dazu und auch hier hält die Redaktion einen eigenen Vertrag bereit. Ganz oft sind das aber auch Leute, die nicht wirklich viel helfen, sondern auch mal ins Fernsehen wollen. Meine Freundin wollte es jedenfalls nicht und ich habe mich dann auch nicht krampfhaft bemüht – es ging ja tatsächlich auch nur um „schnibbeln“. Schlimmstenfalls würde der Tag halt 30 Minuten länger dauern …

Da die Redaktion ja wusste, dass wir alle alles essen und Trinken, durften nun allgemein die Vorurteile, gegen „Anderslebende“ abgegeben werden. Wie immer wurde das recht plakativ und mehr oder weniger diplomatisch verpackt. Dennoch sind wir alle tollerant und ich denke, dass auch vegane Lebensweisen durchaus machbar sein kann – nur halt nicht für mich … und wenn dann Steak-Liebhaber gegen Nix-vom-Tier-Esser in einer Kochsendung aufeinandertreffen, wäre das – schwierig! Gerne gucke ich mir auch mal wieder eine rein vegane Woche an, wo die Voraussetzungen gleich sind.

Heute blieb es bei dummen Sprüchen und es konnte wieder vorbereitet werden. Wie bereits erwähnt, wurde ganz oft eine Go-Pro-Kamera für aussergewöhnliche Perspektiven eingesetzt … leider finden auch hier nur wenige Einstellungen den Weg in die fertige Sendung.

Es wird fröhlich weiter gebrutzelt, der Koch wird nach Anrichtungsweisen befragt und die Gäste zu ähnlichen Themen, so das diese Statements zu einer schönen sendefähigen Masse verquierlt werden können. In dieser Phase der Sendung natürlich absolut nett ;-) Enthalten waren lediglich die Vorlieben und Abneigungen diverser Geschmacksrichtungen, die jedoch noch ganz gut zu meinem Menü passten …

Bei Facebook wurde übrigens diskutiert, ob man grünen Spargel nun schälen MUSS. Meine Antwort wäre ein eindeutiges JEIN. Die Spitzen kommen natürlich „so“ in die Suppe, aber je weiter man an das Dicke Ende kommt, umso mehr darf man ruhig entfernen – gerade, wenn man den Spargel in eine Suppe geben möchte, wo es natürlich fein werden soll.

Ebenso verhielt es sich übrigens mit der Anrichtungsweise von Kalbstafelspitz. Hier sind die Geschmäcker sehr verschieden und viele Kommentatoren hätten gerne das Fleisch gerne mit viel mehr Flüssigkeit zubereitet gesehen. Ich habe mich aber für „Anbraten-Niedrigtemperaturgaren-Nachbraten“ entschieden. Außerhalb der Kamera kam das bisher immer gut an und auch der Großteil der Gäste möchte es. Aber dazu später …

Pannen während des Drehs?

Irgendwann kamen die Gäste ja, nahmen ihren Aperitiv zu sich und ich entschwand danach wieder in der Küche, um die Vorspeise anzurichten. Da stellt sich nun die Frage, wieso die Suppe überkocht oder gar aus dem Mixer Schwappt. Ersteres ist einfach erklärt. Neben dem Kochen werden noch zu einem Großteil Interviews geführt. Quasi nebenbei – und da vergisst man schon mal im Redeschwall, dass da noch etwas auf dem Herd steht. Wenn man das dann bemerkt, ist es schon zu spät und die Bilder sind im Kasten.

Und wieso schwappt der Mixer über? Bei Facebook hieß es dazu sinngemäß: „viel Erfahrung schien er nicht zu haben“. So schien es tatsächlich. Die Szene wirkte wirklich sehr tolpatschig und wenig souverän. Die Erklärung ist „einfach“. Ich wollte meine heiße (!) Suppe mit den Spargel-Stückchen so fein mixen, dass der Spargel und die Suppe sich zu einer feinen und homogenen Masse verbinden. Ich hatte mir vorgenommen, diesen einen Arbeitsschritt im Thermomix zu machen (Begründung: Metallbehälter und deutlich höhere Drehzahl zum Zerkleinern!). In den Vorgesprächen hatte ich das auch erwähnt, aber am Sendetag musste der Thermomix dann leider weichen. Der Ersatz kam gegen die Küchenmaschine in keinerlei Hinsicht an. Der Versuch die Drehzahl zu erhöhen endete in dem, was dann ausgestrahlt wurde. Es wäre auch so geblieben, wenn ich dann nicht in einer kurzen Drehpause im Nebenraum das Gerät eingesetzt hätte. Das Ergebnis aus dem Thermomix kam zurück in den „kleinen Bruder“ und es konnte weitergedreht werden. Es ginge auch ohne Thermomix, dann jedoch im kleinen Schritten jeweils mit einem Teil der Suppe …

Apropos Suppe: Im „Ist das Selbstgemacht“-Wahn durften in den sozialen Netzwerken auch Anmerkungen nicht fehlen, die sich damit beschäftigten, ob ich die Gemüsebrühe nun selbst angesetzt hatte. Nein. Hatte ich nicht. Ebenso hatte ich Zitronen aus Direktsaft und auch das Fleisch habe ich nicht selbst erlegt, sondern „fertig“ vom Metzger gekauft – ebenso wie den Kochschinken übrigens. Die Begründung: Es ist nicht schwer Brühe selbst anzusetzen aber Aufwand steht am stressigen Produktionstag leider in keinem Verhältnis zum Nutzen. Da bin ich dann wenigstens so ehrlich zu sagen, dass die Brühe aus dem Supermarkt ist. Natürlich hätte ich sie auch in ein selbst etiketiertes Glas umfüllen können, um zu behaupten, dass ich sie am Vortag gemacht habe. Genauso verhält es sich mit den Zitronen für das Eis. Ich hätte sicherlich 8 Zitronen auspressen müssen. Hätte ich auch getan aber 100% Direktsaft (auch aus dem Supermarkt übrigens) sind faktisch das gleiche Ergebnis nur mit weniger Arbeit – und ja: Ich wäre technisch dazu sicher in der Lage, eine Zitronen auszupressen.

Was man vor dem TV sieht und was nicht

Hier mal ein Facebook-Kommentar zum Thema:

fb-kommentar

Der eben erwähnte Schinken war übrigens Metzger-Kochschinken. So wie es in der Menükarte stand. Es erschließt sich mir noch nicht wirklich, wieso vor dem TV scheinbar ein paar Leute da Formfleisch erkannt haben wollen. Hier würde ich behaupten, dass man das in der Einstellung auch auf hochauflösenden Fernsehern nicht wirklich erkannt hätte. Da ich aber auch selbst Formfleisch nicht wirklich toll finde, habe ich vom Metzger besagten Kochschinken besorgt.

Und wo war die Sauce und der Meerrettich und der Rucola (fragte sogar eine Kandidatin)? War alles da, wo es hin sollte. Gerade das Einreduzieren vom Sauce ist nicht sonderlich spektakulär, so dass die Kamera da explizit auch nicht wirklich draufgehalten hat. Wer das Küchen-Panorama jedoch beobachtet, der erkennt den kleinen Topf bestimmt – ebenso die kleine Kelle, mit der die Sauce dann über die Portionen verteilt wurde.

Was mich auch schon zum Anrichten und den Portionsgrößen bringt: Auch über Mengen lässt sich natürlich streiten. Zugegeben. Die Portionen waren schon sehr übersichtlich. Der Grund hierfür war jedoch im TV nicht zu sehen. Weil es dramaturgisch nicht so schön gepasst hätte. Während eines Produktionsgesprächs (jedoch ohne Kamera). Ist mir ein Teil des Kartoffel-Pürees angebrannt. Um das nochmals zu machen, fehlte die Zeit, weil das fertige Fleisch und die Gäste bereits warteten. Also habe ich mit dem verbliebenen (nicht kontaminierten) Püree weitergemacht. Die Menge war jedoch drastisch reduziert … Im Video habe ich mir nix anmerken lassen, aber dadurch war die Grundlage natürlich schon deutlich kleiner. Weniger Püree und die geplanten 4 Scheiben Fleisch wär jetzt jedoch ein Ungleichgewicht gewesen, also habe ich auch vom Fleisch etwas weggelassen – schließlich kommt es ja bei einem Dinner nicht unbedingt auf riesige Portionen an. Schließlich sind wir ja nicht bei „Ernas Schnitzelparadies“. Allerdings darf man mir glauben, dass alle Gäste die exakt gleiche Anzahl an Fleisch-Streifen bekommen haben. Da alle Teller nebeneinander lagen, konnte hier wenig schiefgehen und wenn ein Gast sagt, er hatte eine Scheibe weniger, dann hat er vermutlich zwei gleichzeitig genommen ….

Teller richtet man als Gastgeber beim Dinner übrigens nicht nur 5, sondern 6 Stück an. Ein Teller ist der sogenannte Präsentationsteller, der vom Kamera-Team für die Nahaufnahme gefilmt wird. Ein zusätzlicher Zeit/Stress-Faktor, den viele sicherlich gar nicht kennen. Man möchte schließlich auch alles heile und warm zu den Gästen bekommen. Übrigens: Entgegen etwaiger Vemutungen: Das Team nascht nicht! Die Jungs und Mädels sind mit Getränken und diversen Snacks gut ausgestattet und freuen sich höchstens, wenn sie sich HINTERHER über den Präsentationsteller hermachen können.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich all das, was auf der Menü-Karte stand auch auf den Teller gebracht habe und bis auf die genannten Ausnahmen auch alles am selben Tag höchstselbst zubereitet habe. Auch wenn bei Facebook gemutmaßt wurde, dass die Frischkäse-Crepes nicht frisch gewesen sein können. Die Röllchen habe ich am Mittag vor laufenden Kamerad hergestellt und dann in Frischhaltefolie in den Kühlschrank gegeben. So wurden sie etwas fester, was aber duchaus gewollt war.

Bewertung und Punktevergabe

Beginnen wir mit der Selbsteinschätzung: Ich war zufrieden. Das Essen war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. So wie ich es kenne und wie ich es mag. Lediglich die Portionsgröße des Hauptgangs hätte ich auch lieber etwas reichhaltiger gehabt aber die Erklärung habe ich ja schon gebracht.

Wie es bei den Gästen ankam. Gut – denke ich. Das mache ich nicht unbedingt an leeren Tellern fest, denn aus Höflichkeit esse ich eigentlich auch nahezu alles auf. Die Äußerungen gingen jedoch – zumindest mir gegenüber an dem Abend – alle in diese Richtung. Auch in den Kommentaren nach der Sendung konnte ich lediglich bei einer Kandidatin einige Kritikpunkte erkennen. Jeder mag malt sein Fleisch anders und wenn es für Sie zu trocken war, dann ist das durchaus ein subjektives Empfinden, das ich nachvollziehen kann. Ansonsten habe ich zum gleichen Fleisch auch Kommentare wie „auf den Punkt“, „schön zart“ und „sehr lecker“ gehört. Vorspeise und Nachspeise kamen auch gut an, auch wenn sicherlich mancher andere Zutaten (z.B. für das Eis) verwendet oder sich größere Portionen oder mehr Sauce gewünscht hätte.

Man kann es nicht jedem Recht machen – das war mir vorher klar und wir Kandidaten haben und auch nach der Aufzeichnungs-Woche schon getroffen und mögen uns auch weiterhin. Das kommt nur bei den Kommentaren nicht immer durch und auch wenn die Produktion es abstreitet, so denke ich schon, dass die verschiedenen Klischees bedient werden sollen. Mecker-Ziege, Klugscheisser, Keine-Ahnung-Haber usw …Ich bin dann vermutlich der hilflose Küchen-Wicht …

Punkte gab es. 3×7 und 1×8 = 29 Punkte. Fand ich erst einmal okay und ich will mich auch gar nicht beschweren. Zum einen war ja Montag und es kommt ja immer darauf an, wie sich das Punkte-Niveau durch die Woche zieht und zum anderen hatte ich mit 9 oder 10 Punkten auch nicht gerechnet. Ich hätte mir jedoch schon gewünscht, dass ich die Bepunktung besser hätte nachvollziehen können. Da war der Kandidat, dem alles schmeckte, der nichts zu kritisieren hatte (außer, dass er das Eis „anders“ macht, es aber dennoch lecker fand), noch von Montags- und Welpen-Bonus sprach und am Ende dann bei 7 Punkten landete. Sprich: An einem anderen Wochentag und ohne Welpen-Bonus wären da nur 5 Punkte geblieben? Warum? Ich will mich nicht beschweren, nur wüsste ich gerne, was ich hätte (für ihn) besser oder anders machen sollen, um eine höhere Punktzahl zu bekommen.

Nicht falsch verstehen: Ich bin durchaus zufrieden. Mein Ziel war es schließlich eine nette Woche zu haben und mich nicht mit weniger als 20 Punkten zu blamieren. So knapp an der 30 vorbei fand ich dann aber doch schon schade :-(

Bei Facebook ging es bzgl. der Punkte schon härter zur Sache:

punkte1

Den letzten Satz würde ich durchaus unterschreiben – Sterneküche ist anders. Objektiv betrachtet ist die Bewertung sicherlich ganz okay …

punkte2

Wie schon gesagt: Wir mögen uns noch und stehen weiterhin noch in Kontakt!

punkte3

Den Kommentar fand ich natürlich auch gut :-)

Reaktionen uns so

Die lokalen Medien hatten im Vorfeld bereits berichtet und natürlich gibt es deshalb (auch im Vorfeld) schon diverse Reaktionen, von denen ich hier ein kleines „Best of“ rausgesucht habe. Da ich ja selbst gerne und mit spitzer Zunge bei Twitter meine Kommentare abgebe, hatte ich schon vermutet, was mich so erwartet.

So mag mich nicht jeder und bringt das dann auch vor der Ausstrahlung schon mehr oder weniger Sachlich zum Ausdruck:

bademodenmann

Da bin ich wohl dem Mario oder einem seiner Bekannten irgendwann wohl mal auf den Schlips getreten – oder er meint den anderen Kandidaten aus Hamm :-) Da mich der Bademodenmann jedoch bei Twitter blockiert hat, gehe ich davon aus, dass er schon mich meint und eine Reaktion fürchtete … Ich muss ja auch nicht alles kommentieren ;-)

pudermaedchen

Fotos auf dem Klo. Auch nicht jedermanns Sache :-) Hätte ich dazusagen sollen, dass es lediglich das Kunden-WC ist und ich noch ein Bad und ein normales Gäste-WC habe. ich fand den Raum vorher langweilig und wollte zu Hause etwas „besonderes“ Schaffen. Mag nicht jeder – wusste ich auch vorher :-)

glub

Es gab aber auch positive Kommentare ;-) Natürlich hatte ich bei meinem Menü nicht all das machen wollen, was man fast täglich sieht. Balsamico-Redktion, Schokokuchen mit flüssigem Kern usw. – hätte ich wohl auch bei der Tischdeko bedenken sollen. Schiefer-Platten gehören nämlich auch auf die No-Go-Liste, wie ich jetzt weiss (Plastik-Obst ist aber schlimmer!)

ruehrgeraet

Den Extrapunkt habe ich wieder verloren, als ich das bisschen Kartoffel-Pü in die Förmchen gegeben habe … Mist! ;-)

applewatch

Mit Kommentaren zu meiner Uhr hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Als wir Ende April aufgezeichnet haben, war die für mich noch sehr neu und ich musste mich selbst daran gewöhnen. Sie wirkt im TV tatsächlich etwas dominant. Aber gewechselt habe ich an dem Tag weder Uhr noch Armband (wie auch der User mittlerweile bemerkt hat) ;-) Allerdings trage ich im Laufe der Woche immer mal wieder andere Uhren, Turnschuhe oder Shirts … aber ich bin ja auch ein „Hipster“, wie ich jetzt weiss … ich muss das gleich erstmal bei Wikipedia nachschlagen – war mir bisher gar nicht so bewusst ;-)

max

Wohl nicht hipp genug – ein Limonen-Gelbes Polo-Hemd sorgt da ebenso für Gesprächsstoff wie die Kochjacke und Mütze, die ich in der Küche getragen habe. Dabei hat das doch nichts mit der Qualität des Esens zu tun soondern mit Hygiene (dachte ich jedenfalls).

brille

Schutzbrille/Nerdbrille geht auch mal so gar nicht ;-) (sagte der User mit Hut!)

mina1

Diese Userin hat mich zuerst so beschrieben, wie ich mich auch inetwa beschreiben würde. etwas spießig bin ich aber ich behaupte auch nett zu sein … kurzer zeit später …

mina2

mina3

… gab es dann „verbale Dresche“ für die Puppen im Bild. Wie bereits geschrieben hätte ich auf die Viecher auch gut verzichten können. Andere User sind übrigens so weit gegangen zu mutmaßen, dass meine Freundin nur ein Produkt der Phantasie sei. Schon lustig zu welchen Gedankensprüngen man Menschen in einer „Koch-Doku“ so anregen kann :-)

spiesser1

Spießer mag auch scheinbar nicht jeder ;-)

spiesser2

… und so schließt sich der Kreis mit der Bezeichnung „Kleinstadtaufschneider“ – dabei ist Hamm doch eine Großstadt ;-) Meint sie mich eventuell gar nicht? ;-)

Mal sehen, was ich an den kommenden Tagen so erlebe ;-)

… to be continued …

PS: Der Artikel ist erstmal ins „Unreine“ geschrieben – zu viele Eindrücke und zu wenig Zeit bisher ;-)

Das perfekte Dinner in Hamm: Preview

Bald ist es soweit. In der Programmvorschau taucht die Staffel, in der auch ich mitgemacht habe bereits auf. Die Termine für die Ausstrahlung sind vom 6. bis 10. Juli 2015 ab 19:00 Uhr auf VOX.

Selbstverständlich sind wir vertraglich verpflichtet worden, nichts aus der Staffel auszuplaudern. Aber soooo viel wissen wir ja selbst nicht, dann die fertigen Sendungen entstehen ja im Schnitt und durch die Vertonung. Jeder kennt im Prinzip nur die Szenen, an denen er selbst beteiligt war und daran ändert sich auch bis zur Ausstrahlung nichts! Kein Wunder, dass bei allen Kandidaten die Spannung langsam steigt; schließlich will jeder wissen, welche Rolle er bekommt. Hausfrau/Hausmann, Nerd, Nervensäge, Tussi, Labertasche oder Trottel – alles ist möglich.

In unserer Gruppe haben wir uns größtenteils sehr gut verstanden und wir haben uns sogar schon zum After-Dinner-Dinner getroffen.

Mit der nachfolgenden Vorstellung der Kandidaten verrate ich übrigens nichts, da diese Informationen die Teaser für die Fernsehzeitschriften und den Videotext sind. Alle Bilder/Texte sind übrigens (c) by VOX/ITV:

Tag 1: Tim, Hamm

Tim, 37 Jahre: Aperitif: Holunder-Erdbeer-Smoothie mit Sekt aufgegossen Vorspeise: Grünes Spargelsüppchen mit kühlem Schinken-Frischkäse-Crêpe Hauptspeise:Kalbstafelspitz mit Rucola-Kartoffel-Püree sowie Streifen von Karotte und Petersilienwurzel Nachspeise: Rhabarber-Kompott mit selbstgemachtem Zitroneneis

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Tag 2: Natalie, Arnsberg

Natalie, 29 Jahre: Apritif: à la Sebastian Vorspeise: Salat mit Hähnchenbrust an Soja-Sesam-Dressing, dazu Ciabatta Hauptspeise: Schweinemedaillons mit Kartoffel- und Kichererbsen-Kroketten, dazu Gemüse mit Sauce Hollandaise Nachspeise: Kaffee-Schnaps-Eiscrème mit Schokoküchlein

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Tag 3: Sylvia, Drensteinfurt

Sylvia, 50 jahre: Aperitif: Bicicletta Vorspeise: Tatar von der Forelle an Apfel-Radieschen-Salat mit westfälischen Reibekuchen Hauptspeise: Rindfleisch mit Zwiebelsoße, Kartoffelsalat, Gurken und Maiskölbchen Nachspeise: Westfälisches Dreierlei: Stippmilch, Rote Grütze und Herrencrème

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Tag 4: Markus, Hamm

Markus, 59 Jahre: Aperitif: Lynchburg Lemonade Vorspeise: Geräucherter Wildlachs mit Wasabi-Espuma Hauptspeise: Rinderfiletsteak sous vide, Wedges und Grillgemüse Nachspeise: Pommes Frittes und Currywurst

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Tag 5: Natalie, Ahlen

Natalie, 35 Jahre: Aperitif: Lustige Cucumis Sativus Vorspeise: Gefüllte Pastetchen an Rapunzelsalat Hauptspeise: Lammkarree mit Drillingen an Gemüse Nachspeise: Tonka Topfenmouse auf Orangenragout und frittierten WanTans

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Biohazard: Der unsichere Koffer!

Es war wieder Zeit für Urlaub (zu dem ich sicherlich auch noch etwas schreiben werde). Das erste Erlebnis gab es jedoch unmittelbar nach dem Check-in auf dem Hinflug.

Im letzten Jahr hatte ich mir ja die schönen, klassichen Rimowa Alu-Koffer angeschafft. Da die „Classic Flight“ Serie jedoch (zumindest optisch) weit verbreitet ist, hatte ich meinen Koffer einer individuellen Kennzeichnung unterzogen. Ich klebte einfach alles an Aufklebern drauf, was ich finden konnte. Das hätte ich lieber nicht getan …

Aufkleber auf meinem Koffer
Aufkleber auf meinem Koffer

Nur Minuten, nachdem der Koffer aufgegeben wurde, ertönte auch schon ein Lautsprecher im Düsseldorfer Flughafen, dass ich mich DRINGEND am Check-in melden solle. Dort wurde ich gefragt, ob ich evtl. einen Biohazard-Aufkleber auf meinem Koffer kleben hätte. Jap. Hatte ich – und noch etliche weitere Aufkleber mit den unterschiedlichsten Bedeutungen. Alle anderen Aufkleber waren für die Airline scheinbar uninteressant, aber aufgrund dieses Einen sollte ich mich bei der Bundespolizei/Gepäcknachkontrolle melden.

Hier geht es zur Bundespolizei ...
Hier geht es zur Bundespolizei …

Irgendwann fand ich das Schild und die Eingangstür. Von den geräumigen Hallen im Airport ging es nun ein schlichtes, enges Treppenhaus hinunter. Auf dem Weg die drei Etagen in den Keller stellte ich mir mehr als einmal die Frage, ob ich richtig sei oder ob ich mich jetzt auch noch in verbotenen Bereichen befand. Die Tür war jedoch unverschlossen und es stand nirgendwo ein Verbotsschild.

Direkter Zugang zum Rollfeld
Direkter Zugang zum Rollfeld

Unten angekommen gab es noch eine Tür – die war auch unverschlossen. Als ich die jedoch öffnete, merkte ich, dass ich falsch war. Dort befand man sich nämlich direkt auf dem Rollfeld. Spätestens jetzt hatte ich vermutet, jeden Augenblick verhaftet zu werden.

Glücklicherweise fand ich kurz darauf den etwas versteckten Zugang zur Bundespolizei.

Dort lag auch schon mein Koffer verschlossen auf dem Tisch. „Ist das Ihr Koffer“, wurde ich gefragt. Ich nickte. „Mit dem Aufkleber nimmt die Airline den Koffer nicht an Bord; es könnten ja gefährliche Stoffe darin sein“, entgegnete mir ein etwas muffeliger Beamter. Irgendwie hatte ich ja Verständnis. Auch noch, als mich der Beamte dann aufforderte den Aufkleber zu entfernen. Als ich ihm entgegnete, dass er das gerne hätte bereits machen dürfen, sagte er, das ich das selbst machen „müsse“. Habe ich auch getan. Schließlich fragte ich ihn, ob ich den Koffer öffnen solle, damit er sich überzeugen könne, dass nichts gefährliches drin sei. „Nicht nötig“, antwortete er. „Jetzt, wo der Aufkleber entfernt ist, ist der Koffer wieder sicher!“

… Kopfschütteln …

„Das perfekte Dinner“ in Hamm

Vor etwa fünf Jahren hatte ich mich für „Das perfekte Dinner“ beworben und nie eine Rückmeldung bekommen. Das lag allerdings nicht an mir, sondern daran, dass erst im 10. Jahr der erfolgreichen Koch-Show eine Staffek in Hamm gedreht wurde. Jetzt wurde zwischen dem 27.4. und 1.5. aufgezeichnet:

Foto: Lippewelle
Foto: Lippewelle

Den Anfang der Woche durfte ich gestalten und ich wusste nicht ob ich mich freuen sollte, dass ich es nach dem ersten Abend hinter mir habe, oder ob ich mir zu viele Gedanken mache, wer die bis dahin unbekannten Gäste sein könnten und welche Vorlieben und Abneigungen sie haben. Egal. Es half nichts …

Über die Dreharbeiten kann/darf ich aktuell noch nicht viel verraten. Die Ausstrahlung ist für die Woche ab dem 6. Juli 2015 auf VOX geplant (jeweils 1 Stunde ab 19 Uhr).

Natürlich war ich auch nicht der einzige Teilnehmer. Die übrigen Kandidaten kamen aus Arnsberg, Drensteinfurt, Ahlen und noch ein Mitstreiter aus Hamm:

Quelle: Westfälischer Anzeiger
Quelle: Westfälischer Anzeiger

Zwischen Faschen und Pfetten …

Wie in jedem Jahr gibt es auch in 2015 ein größeres Projekt rund um die eigenen 4 Wände. Geplant war ursprünglich nur eine äußerliche Verschönerung des Hauses aber wenn man einmal anfängt, dann sieht man ja auch die vielen Kleinigkeiten, die in diesem Zusammenhang auch korrigiert und angeglichen werden sollten.

Wie sagt man so schön: „Der Lack ist ab!“ – das konnte man eindrucksvoll vor allem an der Haustür erkennen:

Die Farbe an der Haustür sah auch schon einmal besser aus ...
Die Farbe an der Haustür sah auch schon einmal besser aus …

Es ist eine schöne Holz-Tür, die ich ungern durch eine Kunststoff-Tür ersetzen möchte, da sie super zum Haus passt und eine modernere Tür das Bild eventuell zerstören könnte. Dennoch: Die Fassade des kompletten Hauses war ursprünglich mal weiss – davon erkennt man heute kaum noch etwas. Auf den ersten Blick ist es zwar in Ordnung, aber bei genauem Hinschauen ist es überall verdreckt, mit Staub oder organischem Material bedeckt und irgendwie unansehnlich.

Also: NEU!

Bei der Farbgestaltung habe ich mal bei Facebook in die Runde gefragt. Aber sowohl schwarz/gelb als auch rot/gelb/grün/blau (meine Firmenfarben) konnten mich als Fassadenfarbe nicht überzeugen. Auch Leo-Print oder Zebra-Look hätten einige Nachbarn nicht mehr ruhig schlafen lassen.

Es gibt also ein recht seriöses grau. Nicht wie Elefantenhaut, sondern ein extrem helles grau. Die Rahmen (wie ich jetzt weiß, nennt sich das Fasche) bilden wieder einen deutlichen Kontrast – aber nicht in Grün mit rotem Streifen, wie bisher, sondern in einem dunkleren Grau-Ton

Bevor es losging, musste erst einmal für die wesentlichen und hohen Fassadenarbeiten ein Gerüst gestellt werden. Das sieht dann so aus:

Gerüst am Haus
Gerüst am Haus

Jetzt konnten die Maler loslegen …

Das taten sie auch, machten mich jedoch darauf aufmerksam, dass die Dachrinnen nicht gerade sehr hochwertig waren und das aufarbeiten und neu streichen selbiger ähnlich teuer würde, wie komplett neue Rinnen und Fallrohre. Da ich ohnehin kein freund von gestrichenen Dachrinnen war und ich mich gerade von dem grünen Farbton verabschiedet hatte, durften auch die Dachrinnen weichen – sie werden durch vorbewitterten Zink-Rinnen ersetzt und bleiben unangestrichen. Kupfer passt farblich so gar nicht und durch die Vorbewitterung der Rinnen hat man einen schönen und gleichmäßigen aber dennoch natürlichen Grauton, der edel aussieht und zum Haus passt – so die Theorie. Ich bin auf das Endergebnis gespannt.

Nachdem die Maler beim Reinigen des Hauses auch das Holz von der abgeplatzten Farbe befreit hatten, sah der Dachdecker auch sofort, dass die Pfetten-Köpfe (die Balken auf denen das Dach aufliegt) zur Wetterseite hin verrottet waren und dringend erneuert werden mussten.

ein gammeliger Pfetten-Kopf (auf dem Bild sind weder Fassade noch Dachrinne fertig)
ein gammeliger Pfetten-Kopf (auf dem Bild sind weder Fassade noch Dachrinne fertig)

Das hatte ich nun nicht unbedingt einkalkuliert, aber bei den diesjährigen Arbeiten geht es ja auch um den Werterhalt des Hauses. Also darf neben den Malern und dem Dachdecker auch noch ein Zimmermann anrücken …

Zwischenzeitlich färbt sich die Fassade langsam in ein einheitliches hellgrau …

Fassade am 3. Tag
Fassade am 3. Tag

Ein großer Unterschied ist so noch nicht zu erkennen, aber ich werde zum Abschluss der Arbeiten mal ein vorher/nachher machen. Aktuell sieht man den leichten Kontrast höchstens zwischen Garagentor und Fassade.

Heute morgen wurde ich statt vom Wecker übrigens vom Dachdecker geweckt, der direkt über meinem Schlafzimmer die Dachpfannen entfernte. Da merkt man mal, dass ordentliche Dämmung zwar die Wärme kontrollieren kann, aber nicht den Schall :-)

Weitere Fortschritte und Bilder poste ich in den nächsten Tagen weiter in diesen Artikel …