Laufpause – neuer Sport gesucht (und gefunden)

Trotz der Laufpause am Wochenende ist die Situation um meine Knie noch nicht wesentlich besser geworden. Mittlerweile habe ich mir die Röntgenbilder auch erklären lassen und ich kann mittlerweise selbst erkennen, dass das nicht so ist, wie es sein sollte. Diese weissen Stellen auf den Bildern würden mich ja kalt lassen, aber obwohl ich “normal” gehen kann taucht der Schmerz beim Laufen und der etwas anderen Belastung dann umgehend auf :-( Am Mittwoch morgen geht es wieder zum Arzt; vielleicht hat der noch eine bessere Idee …

Aber ich habe schon einen Plan B, um auch künftig sportlich aktiv zu bleiben. Ich werde einen neuen Sport ausprobieren. Ein Sport bei dem man sitzen kann und eine Sportart, vor der ich eigentlich panische Angst habe. Aber man soll sich ja schließlich seinen Ängsten stellen und – NEIN – es hat nichts mit Motorsport zu tun … ganz im Gegenteil ;-)

Kann sich jemand vorstellen, was es sein könnte? *g Mein Gewicht ist aktuell bei 80,5 kg – also auf dem Bestenweg unter die 80er Marke … da kann ich auch mal etwas machen, wo ich mich nicht selbst bewegen muss. Schach ist es übrigens auch nicht!

Die Schlacht ist geschlagen

… und irgendwann setzte sich die Meute in Bewegung; hundert Meter weiter vorne in der Menschenmasse setzten sich die ersten Läufer in Bewegung. Scheinbar war der Startschuss gefallen. Nach 5 Minuten war ich dann auch an der Start-Linie angekommen und setzte mich mit relaxtem Traben in Bewegung. Sollte ja schließlich recht lässig aussehen für die vielen Zuschauer am Streckenrand.

Auf den ersten 100 bis 200 Metern hatte ich ein leichtes Zucken in der rechten Wade. Ein kleiner Krampf oder was auch immer, aber ich will ja nicht quängeln. Viel mehr Sorgen machte mir fortan meine Lauf-Bekleidung. Schuhe: ok. Hemdchen: auch okay. Hose: Naja, hier hatte ich einen wesentlichen Bestandteil vergessen: den Gürtel. Da ich ja in den letzten Monaten so einige Pfunde verloren hatte, war der Hosenbund doch schon recht locker. Es zwickte zwar nicht, aber die Angst, dass mein Höschen mir bis in die Kniekehle rutscht war fortan mein ständiger Begleiter – jedenfalls bis Kilometer 1, dann besann ich mich darauf, dass ich ja ne schöne bunte Unterbuxe angezogen hatte mit der ich sicher noch gegen manche Laufhose hätte anstinken können.

Zurück zum Lauf. Gerade am Oberlandesgericht vorbeigeschlängelt ging es geradeaus weiter bis zur Ahse. Ein paar bunte Hütchen teilten die Straße und als ich fast bei Kilometer 2 war, wusste ich auch warum; da kamen mir nämlich die ersten Läufer entgegen. Puh! Immerhin hatte ich es schon bis zur Verpflegungsstation auf halber Strecke geschafft. Verpflegung war übertrieben, aber immerhin gab es Wasser ohne Kohlensäure.

Ein Bild von Kilometer 2,5:

lauffoto

Auf was man so alles achten musste unterwegs. Am wichtigsten war eigentlich das tempo immer entsprechend anzupassen. Sobald Fotografen oder Menschenmassen am Rand standen, musste die Geschwindigkeit etwas angezogen werden und wenn keiner hingesehen hat, konnte ich auch mal ein paar Meter eine kleine Gehpause einlegen. Blöd nur, dass die meisten Menschen am Weg standen, je näher man ans Ziel kam und so musste ich dann auf den letzten 500 Metern noch einmal alle Kräfte mobilisieren, denn ich wollte schließlich auch mal wissen, wie es ist, wenn man auf der Strecke andere Läufer überholt.

Mein Kollege, der am Wegesrand ein Video vom Läuferfeld gemacht hat, sagte mir heute morgen, als er mich gesehen hat, da wusste er, dass hier das Läuferfeld zuende war und die Walker in ein paar Metern folgen. Es war übrigens keine rote Laterne, sondern mein Kopf, der da knallrot auf den letzten Metern leuchtete.

Völlig am Ende meiner Kräfte bin ich nach 40 Minuten und 22 Sekunden angekommen. Ich war mächtig stolz auf mich und mindestens ebenso durstig. Das erste Bier gab es vom Chef; das zweite Bier vom anderen Chef und die nächsten 8 oder 9 haben auch irgendwie den Weg zu mir gefunden. Zusammen mit einer Dönertasche in der das Fleisch fehlte und einmal lecker Pommes/Currywust war die Veranstaltung so auch ein kulinarisches Highlight.

Selbst Autofahren musste ich auch nicht, sondern nur noch schlafen – das hat auch entsprechend gut geklappt. Trotz nachträglich zugefügter Kalorien übrigens kein dramatischer Anstieg im Kampfgewicht … und das Knie hat auch gehalten! Montag geht’s weiter …

Ich bin mal gespannt, ob vom Chef auch noch ein paar Bilder folgen …

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