Überall ist die Rede von Datensammlern im Internet. Wenn wir ehrlich sind, interessiert es uns schon, was andere über uns so wissen. Besonders dann, wenn es um Firmen geht, die mit diesen Daten handeln. Sie bilden teilweise auch aus diesen Daten einen Scoring-Wert, der teilweise über Kreditzu- oder -absage entscheidet.
Wenn man Webseiten, wie die der Schufa besucht, dann springen einem sofort irgendwelche Zahlen ins Auge, was so eine Auskunft kosten soll. Selbst bei der so genannten “Selbstauskunft” stehen irgendwelche Preisangaben neben dem Namen. § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes besagt jedoch, dass derartige gespeicherte Informationen einmal im Jahr kostenlos abgefragt werden dürfen. Es gibt reichlich Unternehmen und die Abfrage würde reichlich Mühe kosten, aber es geht auch schneller.
Der Dienst selbstauskunft.net schreibt im Namen des Interessenten zahlreiche Firmen (aktuell sind etwa 40 Stück in der Datenbank gespeichert) an. Dabei nutzt der Dienst Fax, Post und Web-Service. Für den Nutzer ist dieses Angebot kostenlos. Der Dienst finanziert sich durch Spenden und andere kostenlose Versende-Services.
Nachdem ich alles durchgelesen hatte, startete ich vor 3 Wochen den Selbstversuch. Daten eingeben und unterschreiben (interessante Funktion: Die Unterschrift wird digital mit der Maus auf dem Monitor “gemalt”). Danach noch die Firmen auswählen, von denen man eine Auskunft möchte (darunter u.a. Deutsche Post, GEZ, Schufa, Creditreform, Schober, Payback, …).
War ganz einfach und schon wenige Tage nach dem Absenden flatterte die erste Post ins Haus:
Schon nach den ersten Einsendungen war ich höchst überrascht, was alles über mich gespeichert ist. So konnte ich sehen, dass ich irgendwann mal nach Einführung von Payback eine solche Karte genutzt hatte, ich sag, was die Schufa alles über mich weiss und kenne nun meinen Scoring-Wert und die Einschätzung des Unternehmens, wie kreditwürdig bin. Ein anderes Unternehmen teilte mir mit, dass eine mir unbekannte Firma ihnen meine Daten verkauft hatte, man mich aber aufgrund meiner Anfrage nun aus allen Verteilern nehmen würde.
Ich bin gespannt, was da noch alles so kommt. Zur “Überwachung” meiner Auskünfte habe ich nun die entsprechende iPhone-App geladen:
Da der Dienst kostenlos ist, muss ich noch auf die Versendung einiger Anfragen warten, aber das hat ja keine Eile. Bisher bin ich ja auch ohne dieses Wissen klar gekommen.








