Neulich im Henin

Gestern wollten Eugenia und ich einfach mal einen schönen Abend im Henin verbringen. Wir waren lange nicht da, weil der Frittierungsgrad proportional zu den Preisen gestiegen war und irgendwie alles gleich schmeckte. Das war damals (bestimmt zwei Jahre her).

Gestern dann ein neuer Versuch. Nachdem wir einen Parkplatz unweit vom Brauhaus gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg in das alt ehrwürdige Haus auf der Eylertstraße. Unter war es schon gut gefüllt und auch die obere Etage schien gut besucht zu sein. Also marschierten wir bis in das zweite Obergeschoss. Ich musste daran denken, dass das Henin sich seinerzeit lautstark beklagt hatte, dass kaum noch Gäste kämen, seit das Rauchverbot in Kraft sei – davon habe ich nichts gemerkt!

Eigentlich hatten wir vor, irgendwo unser Gutscheinbuch abzuarbeiten. Obwohl das Henin darin vertreten ist, ging das aber nicht. Die Gutscheine gelten nämlich Freitag und Samstag nicht. Schade, aber kein Beinbruch. Da wir das Gutscheinbuch noch auf dem Tisch liegen hatten, sagte uns die Bedienung das auch noch einmal. Soweit auch in Ordnung, aber der Nachsatz „ich sag Ihnen das nur, damit sie nicht nur was trinken und dann wieder gehen“ war schon etwas seltsam. Ich hatte mal gehört, dass man auch nur für ein Getränk das Henin besuchen kann – oder hat sich das auch geändert?

Altes Brauhaus Henin
Altes Brauhaus Henin

Nach 15 Minuten bekamen wir dann auch schon eine (ganz genau, EINE (!) Karte für zwei Personen) Karte und wurden nach den Getränken gefragt. Die Apfel-Schorle schien ganz normal zu sein aber die Pepsi-Schwippschwapp-Brühe hatte irgendwie keine Kohlensäure. Gibt es evtl. sowas wie „stille Spezi“? Egal. Ich hatte durst. Essen wollten wir tatsächlich nicht viel, daher bestellten wir Ciabatta Brot, Nachos mit Käse und American Fries mit Sauerrahm. Sicherlich eine derbe Herausforderung an die Küche.

Schon nach 75 (!) Minuten (= 1 Stunde + 15 Minuten!) kam das erste der drei Gerichte. Die Nachos waren teilweise dunkelbraun/schwarz und der Käse darüber noch nicht richtig zerlaufen. Keine Ahnung, wie man das in dieser Kombination schafft, aber es ging. Schmeckte übrigens nicht so übel, wie es aussag. Allerdings musste sich Eugenia eine ganze Weile mit dem Anblick begnügen, denn die beiden anderen Gerichte kamen irgendwie nicht. Als die 90 Minuten voll waren, fragten wir daher mal vorsichtig nach. „Oh, die habe ich an einen anderen Tisch gebracht“ war die Antwort. Na herzlichen Glückwunsch! Immerhin entschuldigte sich die Bedienung, die versuchte was zu retten war und lud uns auf die Getränke ein. Danke dafür!

Der zweite Versuch dauerte dann auch nur knapp 10 Minuten. Dann kam die Brot-Platte und irgendwas Kartoffelartiges. Allerdings keine American Fries. Da wir aber nun beide etwas zu essen hatten, konnten wir auch diese 5 Minuten noch warten, bis dann die richtige Kartoffel-Speise auf dem Tisch stand. Leider mit dem Falschen Dipp. Aber Sauerrahm und Ketchup/Mayo kann man ja auch in der Hektik mal verwechseln. War jetzt aber auch egal. Irgendwann mussten wir ja mal etwas essen. Bei den Fries erkannte man übrigens noch das typische Henin-Frittier-Motto („viel hilft viel“). Schmeckte aber auch irgendwie …

Am Ende haben wir mal nachgefragt, was denn los war. Scheinbar war eine Küchenkraft krank. Zusammengefasst war es leider trotz der bemühten Kellnerin ein absolutes Debakel. Vielleicht probiere ich es in zwei Jahren ja noch einmal aus – aber für dieses Jahr reicht mir die Erfahrung …

Im Radio: Unser Leben unsere Zukunft

Am 2. April war ich im Radio, weil ich die ein oder andere technische Spielerei benutze. Meiner Meinung nach alles sehr sinnvolle Ergänzungen zum Alltag …

Besten Dank an Conny Kraft und die Lippewelle

Wie viel Feinstaub produziert ein Elektroauto? Die Stadt Hamm verschenkt (ab jetzt) die Plakette für E-Fahrzeuge!

Da hatte ich nicht schlecht gestaunt, als ich gestern mein neues Elektroauto anmelden wollte. Eigentlich verlief alles problemlos, bis mich die freundliche Mitarbeiterin im Bürgeramt irgendwann fragte, ob ich denn eine Feinstaub-Plakette haben wolle.

„Wofür?“ Fragte ich sie Schließlich kommt aus einem Elektroauto nirgendwo Feinstaub raus. Wo auch. In Ermangelung eines Aussuffs ist das gar nicht möglich. Wenn ich irgendwann im Auto pupse (damit warte ich noch – der riecht noch so neu), habe ich vermutlich die Umwelt mehr verpestet, als der Wagen es mit Emissionen jemals tun könnte.

Die Mitarbeiterin verstand die Problematik und war ebenso engagiert wie Motiviert und telefonierte sich durch die Stadtverwaltung und suchte parallel in Anweisungen und bei Google. Vorerst ergebnislos. Später bekam ich einen Rückruf, dass ich a) eine Feinstaub-Plakette brauche, um in Umwelt-Zonen kein „Knöllchen“ zu riskieren und b) würde mich das auch die üblichen 5 Euro kosten.

Feinstaubplakette-Electric-Drive

Daraufhin habe ich kritisch bei der Stadt nachgefragt: Tatsächlich sind die Vorschriften hier eindeutig. Da wiehert zwar der Amtsschimmel, aber die Zukunft braucht ja bekanntlich immer etwas länger, bis sie in den Behörden ankommt. Das ist in Hamm jetzt anders. Dort hat man die Problematik erkannt und verschenkt künftig die Feinstaub-Plakette an Halter von Elektrofahrzeugen. Aus reiner Bürgerfreundlichket! Ich finde, dass unsere Stadt damit nicht nur bürger- sondern auch umweltfreundlich ist! Da freue ich mich nicht nur über die gesparten 5 Euro, sondern vor allem über das Zeichen, das unsere Verwaltung damit setzt. Danke!

Eine Frage bleibt: Wenn „Ozon-Alarm“ ist und kein Auto wegen der Abgasbelastung mehr fahren darf. Darf ich dann auch kein Elektroauto mehr fahren?

UPDATE: Das schreibt der Westfälische Anzeiger am 09.10.2013

WA_2013-10-09-Feinstaub