Kategorie-Archiv: Mecker Ecke

sparkling (Sch…) ice

Hier mal wieder ein Kapitel aus “Dichtung und Wahrheit”. Da fand ich eine unglaublich ansprechende Produktverpackung im Eis-Regal bei Kaufland. Genau das richtige, um schnell ein ansprechendes Dessert für zwei Personen auf den Tisch zu stellen, dachte ich bei mir. Eis im Plastik-Sekt-Glas. Kann man ja mal ausprobieren:

sparkling ice - von außen

sparkling ice – von außen

Ich bin auf direktm Weg nach Hause und habe das Eis dann ohne Karton in das Eisfach packen wollen. Ich ging schließlich davon aus, dass es schon allein aus Hygienischen Gründen noch irgendwie mit einer Folie überzogen wäre. War es nicht wirklich. Schlimmer noch: Das Eis schien sich bereits mit der Verpackung verbunden zu haben:

sparkling ice mit der verpackung verschmolzen

sparkling ice mit der verpackung verschmolzen

Man wird sich denken können, dass das Ergebnis im Glas entsprechend aussah. Es war so schlimm, dass man das Produkt so nciht servieren kann. So schlimm, dass ich mich erstmalig genötigt fühlte die Firma Dessart per E-Mail und mit Fotos als Anhang anzuschreiben, dass ich nicht wirklich erfreut bin. Wie man das nachfolgende Bild rechtfertigt, darauf bin ich schon sehr gespannt:

sparkling ice in der Realität

sparkling ice in der Realität

Vielleicht tue ich dem Hersteller auch unrecht, aber ich habe das Eis gekühlt nach Hause gebracht. Es war noch fest, aber leider nur einseitig im Becher. Bäääh!

UPDATE: Hier die Antwort, die ich heute per E-Mail erhielt:

Sehr geehrter Herr Reckmann,

Hiermit bestätige ich den Empfang Ihrer E-Mail.
Ich bedaure es, dass unser Produkt nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat. Allerdings handelt es sich um ein Produkt, das unser Haus nicht in dem von Ihnen fotografierten Zustand verlassen hat.
In unserer Firma wäre ein solches Produkt gleich während der Qualitätskontrolle aufgefallen sein und wäre aussortiert worden.
Wir stellen Premium-Eisprodukte in unserer Fabrik her und legen großen Wert auf gute Qualität der Zutaten und auf Produkte, die unser Haus in einem einwandfreien Zustand verlassen.

Unsere Verpackung entspricht der aktuellen EU-Norm. Sie erfüllt alle Anforderungen, die an eine Verpackung gestellt werden die im TK-Bereich eingesetzt wird. Die Verpackung ist auch nicht der Grund für den optisch schlechten Zustand des Produktes. Wie unsere Qualitätssicherung nach Begutachtung der Bilder festgestellt hat, ist höchstwahrscheinlich eine Unterbrechung der Kühlkette der Grund für das geschmolzene Eis und darum auch die wenig schöne Optik des Produktes.

Leider können wir nicht prüfen, wie während des logistischen Prozess und nach Empfang mit der Ware im Kaufhaus umgegangen wird. Es könnte also sehr gut möglich sein, dass die Kühlkette irgendwo unterbrochen wurde und das Eis zu warm geworden ist, wodurch es seine schöne Struktur verloren hat.

Um Ihre Enttäuschung ein wenig gut zu machen, möchte ich Ihnen den Ankaufbetrag zurück erstatten.
Es würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie den Betrag nutzen um eine neue Packung Sparkling Ice zu erwerben und sich dann überzeugen, das unser Produkt Ihren Erwartungen wohl entspricht und auch das hält, was die Verpackung verspricht.

Können Sie mir bitte den Ankaufbetrag und Ihre Bankverbindung mitteilen?

Falls Sie noch andere Fragen haben, stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Met vriendelijke groet/ Mit freundlichen Grüβen/ Kind regards,

Shop-Gebühr für Selbstabholer

Der Einzelhandel klagt, dass sich die Shops und Geschäfte in den Städten nicht mehr halten können, weil sie der Übermacht der Online-Händler nicht mehr gewachsen wären. Das ist tatsächlich ein Problem, aber nach meinen jüngsten Erfahrungen tut der Einzelhandel nicht gerade besonders viel dafür, ein attraktives Angebot im Wettbewerb zu den Online-Händlern zu schaffen. Ganz im Gegenteil. Gerade Händler, die zusätzlich einen Online-Shop betreiben, setzen scheinbar alles daran, ihre Kunden zu vergraulen.

Ich hatte jüngst das Erlebnis, dass ich eine hochpreisige Digitalkamera kaufen sollte. Bester Verkaufspreis laut Preissuchmaschine Idealo war 1799 Euro. Das war für das entsprechende Produkt das beste Angebot – noch besser: Der Händler befand sich in meiner direkten Nachbarschaft. Aus diesem Grund wollte ich direkt im Geschäft vorbeigehen, um das Produkt zu erwerben. Am Tag des Einkaufs wollte ich noch nach der genauen Adresse schauen und stellte fest, dass das Produkt nun 50 Euro teurer war, als noch am Vortag. Okay, das ist wohl Angebot und Nachfrage. Es war immer noch der beste Preis und da das Produkt aus verschiedenen Gründen gebraucht wurde, war ich auch damit einverstanden und setzte mich ins Auto.

Ich kam am Shop an. Es war kein Lager oder ähnliches, sondern ein echtes Foto-Fachgeschäft. Ich hing hinein, freute mich, dass das Produkt vorrätig war und wollte es auch gleich bezahlen. Gerne auch in bar. “Kein Problem. Das macht dann 1854 Euro.” – Jetzt war ich etwas verduzt. Hatte ich noch im Internet den preis von 1849 Euro gelesen. Den Aufpreis von 5 Euro sollte ich zahlen, weil ich die Ware selbst abholen würde, statt sie mir versandkostenfrei (!) schicken zu lassen.

Großes Kopfschütteln: Der Händler hatte keine Arbeit, kein Versandrisiko, kein Fernabsatzgesetz (Rückgabe-Risiko), keine Versandkosten und dennoch wollte er von mir eine Gebühr von 5 Euro haben. Besonders im Verhältnis zum Verkaufspreis der Kamera stand das in keinem Verhältnis. Mit der Preiserhöhung war ich ja noch einverstanden, aber diese 5 Euro wollte ich aus Prinzip nicht zahlen.

Nagut, dachte ich mir, zückte mein Handy und bestellte das Produkt online – für 5 Euro weniger. Als Lieferadresse gab ich die Adresse des Shops an, in dem ich mich gerade befand. Das fand der Händler nicht wirklich lustig und legte plötzlich auch keinen Wert mehr darauf, mir die Kamera zu verkaufen, obwohl ich das Bargeld bereits in der Hand hielt.

Fazit: So schlecht scheint es dem Einzelhandel noch nicht zu gehen …

Hier übrigens mal ein paar Beispiele aus der gleichen Branche, die zeigen, dass so etwas kein Einzelfall ist. Vorweg: Alle Händler geben auf ihrer Webseite an, dass sie eine solche Shop-Gebühr für Selbstabholer haben – aber das macht es natürlich nicht besser.

1. Warsteiner Fotoversand:

5 Euro Shopgebühr beim Warsteiner Foto-Versand

5 Euro Shopgebühr beim Warsteiner Foto-Versand

Foto-Fachgeschäft in der Warsteier Innenstadt. Aus dem Ladenlokal kann man die Packtische für den Versand sogar sehen. Alles an einem Ort, dennoch fallen hier 5 Euro Gebühr an. Allerdings: Wenn man nett ist, wird nicht nur auf die Gebühr verzichtet, sondern wenn es am Vortag einen besseren Preis hab, erhält man auch diesen.

2. Foto Köster:

Komplett abweichende Preise bei Foto Köster

Komplett abweichende Preise bei Foto Köster

Bei Foto Köster aus Münster weichen die Preise im Ladenlokal teilweise erheblich zum Nachteil des Kunden von den Online-Preisen ab. Begründet wird der abweichende Preis mit Miete und Personalkosten. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Versand ohne Miete (Lager) und Personal auskommt. Hier ist man auch nicht bereit über den Preis zu diskutieren. In diesem Fall würde ich schon fast empfehlen, sich im Ladenlokal ausführlich beraten zu lassen und das Produkt dann bei einem ganz anderen Händler zu kaufen.

3. Foto Erhardt:

Hier fällt eine "Handling-Gebühr" von 5 Euro an

Hier fällt eine “Handling-Gebühr” von 5 Euro an

Foto Erhard beschreibt die Mehrkosten als “Handling-Gebühr” und begründet sie damit, dass der Rechnungsbetrag manuell verbucht werden müsse. Der selbe Händler bietet aber beispielsweise Zahlung per Paypal an – ohne Mehrkosten! Die gebühren (das sind bei hochpreisigen Produkten schon ein paar Euro) trägt der Händler und obwohl auch diese Zahlungen manuell abgerechnet werden müssen, fällt hier keine Zusatzgebühr an.

Das waren nur drei der Beispiele, die ich spontan im Internet gefunden habe …

Fazit 2: Die zusätzlichen Kosten sind in den meisten Fällen ein Phantasieprodukt der Händler, dass sie mit fadenscheinigen Argumenten Rechtfertigen wollen. Bedauerlich ist, dass das gekaufte Produkt un der sonstige Service optimal sein können, aber der Kunde genau diese unnötige Gebühr im Gedächtnis behält und das teilweise auch die Gründe für negative Einträge in Kundenbewertungs-Systemen sind. Das muss doch nicht sein, oder?

Der Nepp mit der Gewerbeauskunft-Zentrale.de

Keine Panik! Ich bin nicht auf die Masche reingefallen, aber mir ist heute beim Aufräumen des Autos wieder so ein altes Schreiben in die Hände gefallen. Bislang dachte ich immer “wer fällt auf sowas rein”, aber kürzlich kam bei “SternTV” und “Rechtsanwalt Posch” darüber noch ein Beitrag. Die Firma hat ihre Masche schon sehr ausgeklügelt aufgezogen, aber da viele unbedarfte Bürger darauf reinfallen und zahlen, statt zu klagen, fließen hier vermutlich recht viele Euro.

Dabei kennen viele das Schreiben gar nicht, weshalb ich einfach mal die mir zugestellte Version ins Netz stellen möchte (zum vergrößern anklicken):

Das Anschreiben sieht recht offiziell aus. Auf Öko-Papier wirkt es fast wie ein Anschreiben einer Behörde. Dabei ist es nicht anderes, als ein Angebot dafür, dass die Daten der angeschriebenen Firma in ein Internet-Verzeichnis aufgenommen wird. Wenn man die AGB auf der Rückseite und besonders den Hinweis auf der Vorderseite (es ist ein Angebot!) liest, ist das eigentlich auch klar. Aber wer möchte schon so viel kleingedrucktes lesen? Daher hier in Kürze:

Die Firma war sogar so nett und hat den Passus mit den ANGEBOT eingerahmt …

Und nun noch ein Auszug aus den AGB:

4. Die Vergütung der GWE-Wirtschaftsinformations GmbH gemäß den Angaben des aktuellen Angebotes wird mit Erhalt der Rechnung jeweils für ein Jahr im Voraus fällig. Es handelt sich um einen mtl. Teilbetrag von Eur 39,85 zzgl. Ust. Die jährliche Vergütung beträgt Eur 478,20 zzgl. Ust, bei Mindestvertragslaufzeit Eur 956,40 zzgl. Ust.. Der Betrag ist einmal nach Auftragseingang und der daraus folgendenen Rechnungen zu entrichten und wiederholt sich jährlich, soweit der Vertrag nicht von einer der Parteien laut den AGB gekündigt wird.

also, bevor ich 1.138,12 Euro (inkl. USt.) zahle, erkundige ich mich doch erst einmal genau, wofür ich das Geld ausgeben soll. Über weitaus kleinere Beträge (z.B. GEZ) usw. regt man sich auf und das Angebot der Firma GWE nimmt man einfach so ohne Rückfrage an? Seltsam …

Ach ja. Die Versprochene Leistung (nämlich einen Eintrag auf einer Internetseite) bekommt man natürlich. Das sieht dann so aus:

Adresse und Google-Karte … sonst nix.

Also bitte erst lesen und NICHT faxen!

Qualitätsmängel an neuen Adidas Samba Schuhen?

Ich stehe auf Turnschuhe – genauer gesagt: Auf Adidas Samba. Mein “weisses” (mittlerweile leicht verdrecktes Paar) habe ich bereits seit knapp 6 Jahren (links im Bild). Zu erkennen an der Deutschland Fahne zur Fussball WM 2006. Die Schuhe habe ich ständig und immer wieder getragen bis ich letztes Jahr zu Weihnachten ein neues Paar bekam. Die waren erst einmal viel sauberer und ich wollte sie “für gut” tragen. Habe ich auch getan und parallel ständig weiter auch die alten Schuhe benutzt.

Irgendwann vor ein paar Wochen platzte eine Naht auf. “Ärgerlich”, dacht eich mir und hatte noch vermutet, dass so etwas sicherlich mal passieren könnte. Allerdings wurde ich schon sehr fuchsig, als vor ein paar Tagen die gleiche Naht an der gleichen Stelle auch am anderen Schuh aufgeplatzt ist.

Die Schuhe haben exakt die selbe Größe, wie die “alten” (41 1/3) und auch sonst hatte ich vermutet, dass die beiden Paare absolut identisch wären – scheinbar bis auf die Qualität.

Jetzt frage ich mich natürlich, ob das Pech ist, ob die Qualität bei Adidas gesunken ist oder ob es gar geplante Obsoleszenz ist.

Wie dem auch sei. Vermutlich sollte ich nun doch mein altes Paar Adidas Samba waschen, da das neue zwar sauber ist, aber mit den Luftschlitzen nicht mehr wirklich schön aussehen. :-(