Heute hat das Verfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung (in seiner aktuellen Form) für verfassungswiedrig erklärt. Überall war ein Aufschrei der Erleichterung zu hören … da kam es mir so vor, als sei ich der einzige, der ein Fan der Vorratsdatenspeicherung war und bleiben wird.
Wir gehören doch alle zu den Jägern und Sammlern und und da fragt man sich doch, wo Vorratsdatenspeicherung anfängt. Meine Oma (Baujahr 1915) schreibt aus der Zeitung immer wieder Dinge heraus und schreibt sie in eine Kladde, um später noch einmal nachzusehen, was sie zu verschiedenen Themen gesammelt hat. Gelegentlich sind da ja auch Personen drunter. Oma verwendet also Daten, die sie irgendwo aufgeschnappt hat.
Der Staat macht(e) doch nicht großartig etwas anderes. Zu Telefonaten, SMS und Datenverkehr werden Verbindungsdaten gespeichert. Darüber ist man sich doch genauso im Klaren wie als wenn etwas über einen in der Zeitung steht. Und überhaupt. Jetzt wird irgendwo die Information gespeichert, dass ich Heiligabend um 18 Uhr ein dreiminütiges Telefonat mit einem Bekannten geführt habe. Das Gespräch wird ja nicht Wort für Wort mitgeschnitten. Lediglich die Verbindungsdaten. Wer kann damit etwas anfangen? Die Strafverfolgungsbehörden und die sollten alle Hilfe bekommen, die sie brauchen.
Es wird nirgendwo ein Profil gespeichert, wo steht, Person X hat Blutgruppe Y, neight zu hohem Blutdruck und mag keine Tulpen. jeder Blog enthält vermutlich mehr persönliche Informationen und das nicht nur bei Personen wie mir. Und die Informationen der Blogs werden auch deutlich länger gespeichert als die Tage.
Daher sag ich es auch gerne noch einmal: Man sollte sich nicht ins Hemd machen. oder kennt jemand eine Person, die ein OPFER der Vorratsdatenspeicherung geworden ist? Dpn’t panic!